Warum hingehen
Nachdem Konfuzius 479 v. Chr. gestorben war, wurde sein bescheidenes Haus zu einem Schrein; in den folgenden Jahrhunderten bauten Kaiser, die seine Philosophie zur Legitimierung ihrer Herrschaft brauchten, ihn immer weiter aus, bis der Tempel Palastausmaße erreichte — mit einer Mauer nach dem Vorbild der Verbotenen Stadt. Die Achse verläuft nach Norden durch neun Höfe voller Zypressen — der Legende nach von den Schülern des Konfuzius selbst gepflanzt.
Östlich des Tempels liegt das Herrenhaus der Familie Kong, wo die direkte männliche Linie des Konfuzius bis in die 1930er-Jahre als erbliche „Herzöge zur Verewigung des Weisen“ lebte — Adlige, deren einzige Aufgabe darin bestand, von Konfuzius abzustammen. Nördlich der Stadt birgt der ummauerte Friedhof des Konfuzius sein Grab und das von Zehntausenden Nachkommen unter einem Wald uralter Bäume. Die UNESCO nahm alle drei Stätten 1994 auf.
- Der Konfuziustempel: neun Höfe entlang einer 1,3 km langen Achse, in der Größe eines Kaiserpalasts
- Die Aprikosenplattform (杏坛), der überlieferte Lehrort des Konfuzius, und die zehn Stelenpavillons der Kaiser von Tang bis Qing
- Das Herrenhaus der Familie Kong, Heimat seiner direkten Nachkommen über 77 Generationen
- Der Friedhof des Konfuzius (孔林) — ein ummauerter Grabwald, der größte und am längsten bestehende Familienfriedhof der Erde
Was du sehen solltest
Im Tempel gehst du die gesamte Achse entlang: das Lingxing-Tor, die zehn Stelenpavillons, die kaiserliche Besuche in mit Kamelen und Drachen verziertem Stein festhalten, die Aprikosenplattform und schließlich die Dacheng-Halle — die große Halle, deren zehn gemeißelte steinerne Drachensäulen es mit jedem in der Verbotenen Stadt aufnehmen können. Im Herrenhaus zeigt das Labyrinth aus Hallen, wie eine Familie den Ahnenkult institutionalisierte. Auf dem Friedhof nimm den Buggy zum schlichten Grabhügel des Konfuzius selbst und gehe dann zwischen den Gräbern zurück.
Kong-Familienküche
Qufu hat seine eigene Banketttradition — die Kong-Familienküche (孔府菜), eine kaiserlich anmutende Küche, die über Jahrhunderte in den Herrenhausküchen entstand und für Gerichte mit literarischen Namen wie „Poesie-Ritual-Ginkgo“ berühmt ist. Das vollständige Bankett ist aufwendig und teuer, doch Restaurants rund um die Altstadt servieren zugängliche Versionen. Wenn du es gut timst, erwischst du die täglich nachgestellte Verehrungszeremonie im Tempelgelände.
Anreise
- Hochgeschwindigkeitszug zum Bahnhof Qufu Ost, dann 20 Minuten mit Taxi oder Bus in die Altstadt
- Qufu liegt zwischen Jinan und Xuzhou an der Linie Peking–Shanghai
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Freischalten- Kernstätten
- Tempel, Familienherrenhaus, Friedhof — UNESCO 1994
- Ausmaß
- Tempel: 9 Höfe, 466 Räume; Friedhof: 2 km² Wald
- Abstammung
- 77 Generationen von Nachfahren im Herrenhaus